BadmintonClub

Regionalliga Südost-Ost

BC Bad Königshofen – BV Zwenkau 8:0

BC Bad Königshofen – HSG DHfK Leipzig 8:0

Der Zweite und Dritte der Tabelle, mit hauchdünnen theoretischen Chancen aus Sachsen ins Grabfeld angereist, kapitulierten vor der Übermacht des Ersten und kürten ihn zum würdigen Meister der Saison 2011/12. Nicht, dass sie keinen Widerstand geleistet oder lustlos und unmotiviert gespielt hätten. Es frustriert anscheinend auf Dauer, nur um Nuancen schlechter zu sein und damit zumindest bei den wichtigsten Ballwechseln und insgesamt keine Chance zu haben. Dennoch lag ein ganz bemerkenswerter Hauch von Spannung zumindest über dem Samstagsspiel gegen Zwenkau, der sich aus mehreren Spannungselementen zusammensetzte, die wiederum darin mündeten: Würden heute schon definitiv die Sektkorken knallen können? Ja, wenn 8:0 gewonnen wird und der Sonntagsgegner Leipzig gleichzeitig in Aschaffenburg nicht höher als 6:2 gewinnt.

Bei aller Routine und Selbstbewusstsein: So kurz vor dem Zielband waren bei dem Einen oder der Anderen doch kleinere Nervositätseinheiten unübersehbar. Nicht im Geringsten aber bei den Ames-Brüdern. Sebastian gewann seine vier Sätze im Doppel und Einzel im Schneider. Christopher genoss etwas länger. Aber was war denn mit dem zweiten Männer-Doppel Fleck/Spitzer los? 100-prozentige Erfolgsbilanz bis Samstag. Und dann 10:21 und drei Matchbälle gegen sich bei 17:20 im zweiten Satz! Als hätten sie sich nur dieses Bisschen Adrenalin gönnen wollen – 23:21. Von wegen: Im Entscheidungssatz schon wieder Rückstand, dann doch 21:19, Backen aufblasen, Luft ablassen und ein cooles Grinsen bei Philipp und Thimm.

Nicht ganz so dramatisch, aber auch Gefahr im Verzug beim Damen-Doppel Töpfer/Rasche, das ebenso drei Sätze benötigte wie später noch Engelke Rasche im Damen-Einzel und Thimm Spitzer, der größte „Schwitzer“ an diesem Tag. „Ich muss mich als alter Esel (30) doch schon etwas mehr anstrengen, um bei diesen jungen Hüpfern (Schnitt 24,8) noch mithalten zu können.“ Zum ersten Mal herzte sich die junge Mannschaft nach dem fünften Spielpunkt des Tages, den Engelke Rasche besorgt hatte. Es war schon mal der Siegpunkt für diesen Tag. Und als das gemischte Doppel Philipp Fleck/Senja Töpfer das finale 8:0 geschafft hatte, traute man sich zunächst nicht so richtig, in Meisterjubel auszubrechen. „Reicht´s wirklich schon? Wie steht´s in Aschaffenburg?“

Doch dann brachte Mutter Ames das Sektbesteck. Senja Töpfer packte eine Garnitur urige Meister-T-Shirts aus, Vorsitzende Anne Neumann und Spielertrainer Thimm Spitzer gaben dem Regionalfernsehen Meisterinterviews, heute Abend halb sieben zu sehen, die Presse wurde mit Fotos und Interviews bedient. Und das Besondere dieser ziemlich familiären Meisterschaftsfeier (wo gibt’s das sonst noch?): Keine Bierduschen, keine Transparente, keine Jubelgesänge, aber Sekt für die Spieler, einige Eltern, Gegenspieler, Schiedsrichter, Kameramann, Pressemitarbeiter und wer grad in der Nähe war wie Edelfan Lukas Lürtzel. Man saß noch ein bisschen zusammen, ließ Pizza in die Halle kommen, mehr nicht. Denn am nächsten Morgen ging´s ja noch gegen Leipzig. Und die, das war dann doch noch zu erfahren, hatten „nur“ 5:3 gewonnen: Also doch nicht die Geschichte von der verfrühten Meisterschaftsfeier.

Und am Sonntag früh konnte man nur den Hut ziehen, wie sich die Regionalliga- Meisterspieler/Innen den noch einmal zahlreich gekommenen Fans präsentierten, im Duell Meister gegen möglichen Vizemeister. Dasselbe Engagement, die gleiche Präzision, Dynamik, Ästhetik, nur nicht Dramatik wie sonst. Man muss ja schließlich die Spannung hoch halten für die letzten zwei Meisterschaftsspiele und die Relegation mit dem Superziel Zweite Bundesliga. Und wenn vermeintlich Vernünftige den Ball noch so flach halten. In dieser Mannschaft brennt ein solches Feuer, dass man mit allem rechnen muss – zumindest nach ein paar Glas Sekt. Und die größte Kampfansage verschlüsselte Sebastian Ames beim Abschied von seinem Einzelgegner so: „Macht euch ab. Wir wollen euch nächstes Jahr hier nicht mehr sehen.“

Die Spielergebnisse:

BC Bad Königshofen – BV Zwenkau 8:0

C. Ames/S. Ames – Oehlert/Röhr 21:8/21:8; Fleck/Spitzer – Teschner/Hübner 10:21/23:21/21:19; Töpfer/Rasche – Richter/Keil 21:17/18:21/21:13; S. Ames – Röhr 21:11/21:8; Rasche – Keil 13:21/21:13/21:17; C. Ames – Teschner 21:19/21:17; Spitzer – Hübner 22:20/19:21/21:19; Fleck/Töpfer – Oehlert/Richter 21;16/21:17.

BC Bad Königshofen – HSG DHfK Leipzig 8:0

C.Ames/S. Ames – Sadlau/Reissig 21:14/21:6; Fleck/Spitzer Strick/Dubb 21:16/21:8; Töpfer/Rasche – Weise/Bayger 21:16/21:11; C. Ames – Sadlau 21:17/13:21/21:17; S. Ames – Reissig 21:9/21:9; Spitzer – Strick 21:15/14:21/21:12; Rasche – Bayger 21:16/21:11; Fleck/Töpfer – Dubb/Weise 22:20/21:15

 

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